Freitag, 27. Januar 2017

Mount Washington - Ausblicke über New Hampshire

Zum Mount Washington sollte es heute gehen. Der Berg ist mit knapp 2.000 Metern zwar nicht besonders hoch, doch die geografische Lage und die Tatsache, dass der Berg der höchste der Nordost-USA ist, sorgt dafür, dass das Wetter dort unberechenbar is. So ist der Gipfel auch recht unwirtlich.

Auf dem Weg dorthin kamen wir nahe Jackson, NH, an einer überdachten Brücke vorbei. Diese Brücken sind charakteristisch für Neuengland, auch wenn es im Nachbarstaat Vermont noch mehr davon gibt. Die Autos fahren hier immer noch über Holzbohlen und die ganze Holzkonstruktion wirkt sehr stabil!

Wooden Bridge, Jackson, NH

Weiter ging es mit unserem Leihwagen auf den Mount Washington. Die Mount Washington Auto Road ist eine Mautstraße. Zu Beginn wird vor der Fahrt gewarnt und "nützliche Infos" an die Fahrer verteilt - "keine Klimaanlage nutzen, der Motor kann überhitzen", "alpine Straße". Wer sich die Fahrt nicht zutraut, dem wird auch geholfen - es gibt auch eine Art Busshuttle. Letztenendes war die Fahrt eine Mischung zwischen üblichen Straßen im Schwarzwald und den bayerischen Alpen. Ich denke, jeder, der mal in europäischen Mittelgebirgen Auto gefahren ist, sollte mit der Straße klarkommen. Klar dürfte hoffentlich allen sein, dass man bergab nicht dauerhaft auf der Bremse stehen sollte. Und im Winter kann das sicher auch anders aussehen...

Nach etwa 15 Minuten Fahrt errichten wir den Gipfel. Der Audio-Guide auf der CD, die wir am Mauthäuschen bekamen, war dabei noch nicht zu Ende - waren wir etwa zu schnell?
Der Ausblick auf dem Gipfel war trotz einiger Wolken atemberaubend.

Mount Washington summit


Von der anderen Seite des Berges kann man auch mit einer Zahnradbahn auf den Gipfel gelangen. Sicher auch ein tolles Erlebnis.


Ob das Erlebnis des stärksten von Menschenhand gemessenen Windes damals auch so toll war, sei dahingestellt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es auf dem Gipfel ungemütlich werden kann. Hier das Gebäude der ehemaligen Wetterstation. Heute wird automatisch gemessen.


Auf der Rückfahrt fuhren wir durch den Crawford Notch State Park. Auch hier war die Landschaft sehenswert.


Wir kamen am berühmten Hotel in Bretton Woods vorbei. Wir wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die neue Weltwirtschaftsordnung bestimmt:


Auch hier bot sich die Gegend für tolle Landschaftsaufnahmen geradezu an.


An diesem Tag ging es ebenfalls nicht allzu spät ins Bett. Am nächsten Tag stand noch eine zweite längere Wanderung an.

To be continued...

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Montag, 16. Januar 2017

New Hampshire - Der Berg ruft!

Nun stand die Reise von Minneapolis nach Lincoln, New Hampshire, an. Frühmorgens ging es los, zunächst mit dem Mietwagen von Minneapolis nach Chicago. Irgendwo im südlichen Minnesota ging die Sonne auf.



Am Chicagoer O'Hare Airport wurde der Mietwagen abgegeben, mit Spirit Airlines ging es dann nach Boston. Leider flogen wir 2 1/2 Stunden verspätet los und kamen auch mit entsprechender Verspätung an. Auch mein Koffer wurde beschädigt, also kann ich Spirit an dieser Stelle leider nicht empfehlen. Von Boston waren es noch 2 Stunden Fahrt mit unserem neuen Mietwagen, so dass wir erst nach 24 Uhr in Lincoln ankamen. Die Rezeption des Mount Liberty Cabins & Motel war nicht mehr besetzt, aber der Schlüssel wurde hinterlegt, so dass wir in unsere Cabin einkehren konnten.

Erst am nächsten Morgen sahen wir die tolle Umgebung unserer Hütte. Die Hütte selbst war einfach, aber für ein paar Tage völlig ausreichend. Der Cannon Mountain, einer der 4000-Fuß-Gipfel der White Mountains, sollte an diesem Tag bezwungen werden. 900 Höhenmeter vom Parkplatz auf den Gipfel warteten auf uns.


Es fuhr auch eine Seilbahn, aber vor uns standen etwa 2 Stunden Fußmarsch. Der Weg ist nicht ganz einfach und ziemlich steil, immer wieder mussten wir über felsige Abschnitte klettern.



Dafür wurden wir schon unterwegs mit grandiosen Aussichten belohnt.


Die Gegend ist nicht besonders hoch gelegen, der höchste Gipfel der White Mountains liegt auf etwa 1900 Metern. Dennoch ist die Landschaft äußerst reizvoll. Weiter oben wurde die Aussicht noch besser. Andererseits wurde es natürlich auch immer kühler, doch die Sonne und unsere Anstrengung machte es auch auf dem Gipfel mehr als erträglich.



Auf dem hölzernen Aussichtsturm trafen wir auch die Besucher, die den Weg mit der Seilbahn gewählt haben. Deren Blicke schwankten zwischen Mitleid, Ungläubigkeit und Verständnislosigkeit, als sie uns sahen. Die Strapazen des Aufstiegs waren uns wohl doch anzusehen...


Den Rückweg wollten wir mit der Seilbahn bestreiten. Tickets gab es an der Bar in der Bergstation. 26 Dollar für uns beide für eine knapp zehnminütige Talfahrt ist nicht gerade günstig, der steile Weg, den wir bergauf gewählt haben, war aber auch keine Alternative. Also ab in die Seilbahn. Nach der Bergtour erkundeten wir noch kurz Lincoln. In dem  2000-Einwohner-Ort ist alles vorhanden, was ein Tourist so braucht. Ein paar Restaurants, Hotels und ein Supermarkt, falls alles an zwei Straßen gelegen, sichern die Grundversorgung. 

In einem Souvenirladen, den wir besuchten, um US-Nummernschilder zu kaufen, trafen wir recht unvermittelt auf ein Automuseum. Das Who-is-Who der US-amerikanischen Vorkriegs-Autoindustrie ist hier vertreten.


Studebaker:
 

Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen fanden wir dieses verlockende Angebot, das wir aber nicht wahrgenommen haben:


Müde, aber zufrieden, ging es recht früh ins Bett, denn für den nächsten Tag war die Fahrt auf den Mount Washington, den höchsten Gipfel der White Mountains, geplant.

To be continued...

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Sonntag, 15. Januar 2017

Minneapolis - The First City of the West

In den nächsten drei Tagen waren wir rund um Minneapolis unterwegs. Aufgrund der Lage und der Bedeutung für die Siedlungsgeschichte der USA wird die Stadt auch "First City of the West" genannt.

Zunächst ging es zum Shoppen in die Twin Cities Outlets, abends dann zum Baseball.

Die Minnesota Twins, das Baseball-Team der Städte Minneapolis und Saint Paul, gehört derzeit nicht gerade zu den erfolgreichsten der Major Baseball League. Dennoch hatten wir einen unterhaltsamen Abend bei der wohl amerikanischsten aller Sportarten. Und mit fachkundiger Erklärung versteht man das Spiel sogar! Interessant fand ich nur, dass man mir mit einem deutschen Führerschein als Altersnachweis ("never seen something like that") kein Bier verkaufen wollte...


Das Target Field, das Stadion der Twins, wurde 2010 eröffnet und liegt mitten in Downtown Minneapolis. Bei Tag kann man die Skyline aus dem Stadion sehen, in der Nacht nur erahnen.


Am nächsten Tag stand ein Besuch in der Mall of America in Bloomington, einem Vorort von Minneapolis, an. Die Mall of America ist das größte Einkaufszentrum der USA. 520 Läden sind dort unter einem Dach untergebracht. Sogar ein kleiner Freizeitpark wurde in die Mall gebaut. Schon witzig, in einer Achterbahn durch ein Einkaufszentrum zu fahren. Und die 3D-Flugsimulation "FlyOver America" ist den Preis (immerhin mehr als 16 USD für etwa 10 Minuten tatsächlichem Flug) auch wert!


Am Nachmittag fuhren wir von der Mall of America nach Downtown. Mit der Metro Blue Line gelangt man in etwa 30 Minuten in die Innenstadt. Dort gibt einen Wanderweg, der hauptsächlich am Mississippi entlang führt.


Einige historische Gebäude kann man während des Rundwegs sehen, unter anderem die Stone Arch Bridge, auf der dieses Bild der Skyline von Minneapolis entstanden ist:


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Minneapolis die "Getreide-Hauptstadt" des Mittleren Westens. Riesige Mengen Getreide wurden in die Stadt gebracht und dort zu Mehl verarbeitet. Hier die Ruine einer ehemaligen Mühle:


Auf der anderen Seite des Mississippi liegt die Historic Main Street mit einigen Gebäuden, die Anfang des 20. Jahrhunderts, zur Zeit des ersten Booms der Stadt, errichtet wurden.


Bob Dylan wohnte zu Beginn seiner Karriere in Minneapolis. In der Stadt fanden wir dieses Mural zu Ehren des Musikers und seines dritten Albums "The Times They Are a-Changin".


Dieser Rundgang ist eine gute Möglichkeit, Minneapolis kennenzulernen. Wir fanden eine doch erstaunlich lebendige Innenstadt vor, die nicht ganz so gesichtslos wie viele andere US-amerikanische Städte ähnlicher Größe ist. Allerdings wurde die Haupteinkaufsstraße Nicollet Mall gerade großflächig umgebaut, was verhinderte, dass wir uns dort länger aufhielten.

Am letzten Tag in Minneapolis stand noch einmal ein kurzer Besuch in der Mall of America an. Dort fand gerade ein Charity-Wettbewerb statt, bei dem verschiedene Objekte aus Konservendosen gebaut wurden. Gute Idee und witzig anzusehen.



Am nächsten Tag ging es über Chicago zurück nach Boston - to be continued. 

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Donnerstag, 5. Januar 2017

USA Tag 1 & 2 - Über Boston und Chicago nach Minneapolis

Nach langer Zeit mal wieder ein Update... Anlass ist unsere Reise in die USA im Herbst 2016. So unterschiedlich wie das riesige Land ist, waren auch unsere Eindrücke. Immerhin waren waren wir in knapp 2 Wochen in 3 Großstädten, 5 Bundesstaaten, im Mittleren Westen, am Atlantik und in den White Mountains in New Hampshire.

Dank eines günstigen Lufthansa-Angebotes - 310 EUR für den Return Frankfurt - Boston inklusive Zug von Düsseldorf nach Frankfurt - buchten wir 2 Monate vor Abflug. Das Programm drumherum kam dann später. Letztlich sollte es zunächst (mit einem Stopp-Over in Boston) nach Minneapolis gehen, danach nach New Hampshire in die White Mountains und am Ende wollten wir noch 2 Tage in Boston verbringen.

Los ging es mit einem ereignislosen Flug mit einer 747-8 der Lufthansa nach Boston. Wenn man zu Zweit in der Economy unterwegs ist, kann ich die 3 Reihen mit Zweierplätzen außen (im Hauptdeck ganz hinten) nur empfehlen.

Die Immigration in Boston ging schnell vonstatten, mit dem Mietwagen ging es dann durch die Rush-Hour Bostons zu unserem vorgebuchtem Hotel, dem Candlewood Suites Burlington. Es war gar nicht so einfach, zu dieser Zeit ein Hotel zu einem annehmbaren Preis zu finden. Es ist die Hauptreisezeit in New England und viele Hotels waren ausgebucht, was sich durchaus bei den Preisen bemerkbar machte. Mehr dazu in den Kapiteln gegen Ende der Reise. Am Hotel angekommen eröffnete man uns, dass sie einen Wasserschaden hatten und dadurch kein Zimmer mehr für uns frei sei. Einerseits schade, denn wir hatten uns eigentlich darauf gefreut, im benachbarten Chili's zu Abend zu essen und dann noch kurz durch die Burlington Mall zu schlendern. Andererseits auch nicht ganz so schlimm, denn als Alternative wurde uns das Crowne Plaza Woburn angeboten, das etwas näher am Flughafen war. So konnten wir vor dem frühen Abflug am nächsten Morgen doch noch länger schlafen.... Das Zimmer war auch angenehm:


Außerdem war die zum Hotel gehörende Sportsbar gut geeignet, um sich direkt in die US-amerikanische Kultur, die uns in den nächsten Tagen begleiten sollte, zu stürzen.

Früh ging es am nächsten Morgen weiter - der Mittlere Westen wartete auf uns. Mit American Airlines flogen wir von Boston nach Chicago. Dort erst einmal mit dem Mietwagen-Shuttle zum Parkplatz, wo wir unseren Nissan Versa, der uns die nächsten Tage begleiten sollte, übernahmen. Wir wollten eigentlich weiter nach Minneapolis, wo unsere Freunde auf uns warteten, aber wenn wir schon mal in Chicago sind, wollten wir auch "was von der Stadt sehen". Also eben mal zum "Loop", wie sich Downtown Chicago auch nennt. Bei dichtem Verkehr benötigten wir doch über eine Stunde für die 35 Kilometer vom Flughafen in die Innenstadt:


Dort angekommen haben wir unseren Wagen geparkt und sind zum Willis Tower, dem ehemals höchsten Gebäude der Welt. Tickets gekauft und 15 Minuten später waren wir auf der Aussichtsetage. Leider keine allzu gute Fernsicht, aber dennoch beeindruckend:



Das Highlight der Aussichtsetage, zu dem alle Besucher strömten, waren aber kleine angebaute Erker aus Glas:


Auch der Fußboden war aus Glas. Schon ein leicht mulmiges Gefühl, hier drauf zu stehen.


Da wir noch eine sechsstündige Autofahrt vor uns hatten und nicht allzu spät abends ankommen wollten, mussten wir recht schnell weiter. Durch die weite Landschaft von Illinois und Wisconsin ging es nach Minnesota. Dies war übrigens auch der heißeste Tag unseres Urlaubs, immerhin noch 30 °C Ende September.


Nach der Überquerung des Mississippi - der Fluss ist auch schon 2.000 Kilometer vor der Mündung gewaltig - waren es nur noch 1 1/2 Stunden Fahrt.


Abends ging es dann doch recht früh ins Bett - zum einen hatten wir noch etwas Jetlag, zum anderen wollten wir als Gäste ja nicht als Langschläfer verschriien sein.

To be continued...