Sonntag, 7. Juli 2013

Ryanair, Portwein und das Meer



Vier Tage Porto waren um Februar angesagt. Zunächst dachte ich, dass vier Tage in einer Stadt, die ja nicht unbedingt im touristischen Fokus liegt, etwas lange sein würden. Ausflugsideen in Nachbargegenden wurden auf jeden Fall schon gesammelt. Am Ende waren die vier Tage doch noch zu wenig, denn wir haben nicht alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten.

Auch diesmal war meine „Lieblingsairline“ Ryanair das Mittel der Wahl, um die knapp 2.000 Kilometer zwischen Deutschland und Portugal zu überbrücken. An der portugiesisch-spanischen Grenze gaben die Wolken auch den Blick auf den Nationalpark Arribas do Douro mit Schnee auf den Bergen frei.



In Porto haben wir zunächst unser Apartment bezogen, bevor wir einen kleinen Stadtrundgang machten. Immer wieder gab es heftige Regenschauer, doch dazwischen war sogar blauer Himmel zu sehen. Die winterliche Wärme Portugals sollten wir an diesem Tag jedoch noch nicht erleben. Nach 20 Minuten kamen wir zur Avenida dos Aliados, die am größten Platz im Zentrum liegt.


Hier gab es das Rathaus zu sehen.


Blick über den Platz:


Denkmal von Peter I., der im 19. Jahrhundert die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal erklärte und dort auch Kaiser war:


Weiter ging’s zum Bahnhof dem Sao Bento, ursprünglich der Hauptbahnhof Portos. Jetzt fahren hier nur noch Vorortzüge, die Fernverkehrszüge fahren ab Campanha. Die Eingangshalle ist mit 20.000 Fliesen ausgestattet.


Sie zeigen Bilder aus der Geschichte der Eisenbahn sowie des Landes. Hier eine Großaufnahme:


Danach gingen wir in Richtung Altstadt.  Leider gibt es in der Innenstadt immer wieder verfallene Gebäude. Hier hat man sich immerhin die Mühe gemacht, zumindest die Fassade etwas ansehnlicher zu gestalten:


Nach ein paar Minuten Fußweg kamen wir zum Börsenpalast:


Und dann kam auch schon der Douro ins Blickfeld:


Hier die Portweinkellereien am anderen Ufer des Flusses:


Den Weg zu Taylor’s sollten wir in den kommenden Tagen auch noch finden.
Auf dem Rückweg merkten wir, dass die Höhenunterschiede in der Stadt doch größer sind. Immerhin mussten wir zu unserem Apartment wieder knapp 100 Meter nach oben. Dafür gab es noch ein paar schöne Ausblicke:


Am zweiten Tag  hatten wir Pech mit dem Wetter. Gab es am ersten Tag immer wieder Wolkenlücken, regnete es nun durchgehend. Eigentlich hatten wir für diesen Tag einen Ausflug zum Karneval in Ovar geplant, doch das Bahnpersonal streikte (das vermuteten wir mal aufgrund der Zugausfälle, die bis in den späten Nachmittag dauerten). Im Nachhinein nicht das Schlechteste, denn mehrere Stunden beim Karnevalsumzug im Regen wären wohl nicht so erbauend gewesen.

Stattdessen gingen wir noch eine Runde durch die Stadt, bevor wir relativ früh wieder in unserem Apartment waren. Hier noch ein paar Impressionen von unserem kleinen Rundgang.





Am nächsten Tag war das Wetter wesentlich besser – fast klarer Himmel und bis zu 17 Grad. Für den Februar konnten wir uns nicht beschweren. Zunächst stand eine Fahrt an den Atlantik, der etwa sieben Kilometer von der Innenstadt Portos entfernt ist, an. Schwierig war jedoch zunächst die Organisation des Bustickets – alles innerhalb der Stadt läuft über ein relativ undurchsichtiges System mit elektronischen Tickets, die auf eine Magnetkarte geladen werden. Nach einem kleinen Umweg hatten wir dann die Tickets zum „Rausfahren“ aus der Stadt und warteten am Praca Mouzinho de Albuquerque auf unseren Bus:



An diesem Platz steht auch das Casa da Musica, von Rem Kolhaas entworfen und mittlerweile aufgrund der Akustik ein Konzertsaal von Weltrang: Nach etwa 20 Minuten Fahrt öffneten sich die Türen des Buses wieder und salzhaltige Luft strömte uns entgegen – obwohl wir noch zwei Häuserblocks vom Meer entfernt waren. Dieses kleinere Hindernis hatten wir aber auch nach knapp fünf Minuten überwunden und dann bot sich uns folgendes Bild: 



Cafe:



Besonders interessant fand ich die Brandung, die trotz mäßigen Windes recht stark war:



Deshalb war unser nächstes Ziel auch der Leuchtturm. Auf dem Weg dorthin wurden wir jedoch noch auf Gefahren hingewiesen. Anscheinend hat die europäische Integration das deutsche Sicherheitsbewusstsein bis nach Portugal gespült:



Immer wieder gab es Wellenformationen, die es trotz mehreren Metern Unterschied schafften, die Kaimauer zu erreichen:





Danach fuhren wir mit dem Bus ein paar Minuten an der Küste entlang und landeten am Castelo de Queijo – zu Deutsch: Käsefestung – warum die so heißt, hat sich uns bis heute nicht entschlossen.  Aufgrund des Käses, den wir für das Abendessen am Tag zuvor gekauft hatten, hatten wir jedoch Angst um unseren Geruchssinn. Letztlich war diese Angst aber unbegründet:




Danach fuhren wir mit dem Bus in die Altstadt. Zeit für „typische“ Altstadt-Fotos:





Die Brücke Dom Luis I. bei besserem Wetter (mit Metro, die oben fährt – unten dürfen Pkw und Lkw fahren):



Wir waren von unserer Tour müde. Also haben wir mit der Seilbahn die 70 Meter Höhenunterschied zur Innenstadt überwunden – im Preis einer Tageskarte ist diese moderne und vollautomatische Standseilbahn enthalten:


Blick von der Ponte Dom Luis I. zum Altstadtviertel Ribeira:



Panorama:


Nach einigen Höhenmetern auf der anderen Seite sind wir bei Taylor’s, einer der bekanntesten Weinkellereinen angekommen. Aufgrund der Lage mitten am Berg ist Taylor’s auch ein Geheimtipp: Für nur drei Euro gibt es drei Portweine und eine Führung. Unten am Fluss bezahlt man durchaus das vier- bis fünffache. Die Aussicht entschädigte aber für die Anstrengungen:



Eingang der Kellerei:



Nachher gingen wir noch zum Douro, wo die Weinboote, die früher zum Transport des Rebensaftes verwendet wurden, lagen:





Nach einem kleinen Spaziergang und der Busfahrt zurück zum Apartment schlossen wir auch den dritten Tag in Porto ab.

Am vierten und letzten vollen Tag in Porto ging es zunächst in die Innenstadt. In der Haupteinkaufsstraße Rua de Santa Catarina steht die Capela das Almas.



Auch innen war die kleine Kirche schön ausgestattet. Fotos gibt es aber keine, da sehr viele Menschen die Bänke bevölkerten und beteten.

Der größte Markt Portos, Bolhao, der direkt um die Ecke liegt, war unser nächstes Ziel. Allzu viel war hier aber nicht los. Vielleicht waren wir auch schon zu spät dort.



Ein kleines zweites Frühstück haben wir dann im Cafe Majestic, dem bekanntesten Cafe Portos, eingenommen. Alleine das Ambiente mit der Einrichtung aus den 1920er Jahren und dem Pianospieler war es wert, die für Portugal leicht überteuerten Preise zu zahlen.

Gestärkt bestiegen wir dann den Torre Clerigos, der schöne Ausblicke über die Stadt bot.







Das zweite Frühstück war uns nicht genug und so sind wir ein paar Stunden später noch in einem Restaurant am Douro gelandet. Danach fuhren wir mit der historischen Straßenbahn, deren Haltestelle nur wenige Meter entfernt lag, noch mal nach Foz de Douro.





Das war dann auch der Abschluss unserer Zeit in Porto. Auf dem Rückflug durften wir noch einige Zeit die Aussicht über die portugiesische und spanische Küste - hier die Stadt Vigo - erleben,


 bevor es dann über Wolken ins kalte Deutschland ging.

Fazit: Porto gehört wohl zu den unterschätztesten Städte-Reisezielen Europas, auch wenn spürbar ist, dass mittlerweile immer mehr Touristen in die Stadt kommen. Dennoch waren die vier Tage ausgesprochen günstig und alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir auch noch nicht.