Dienstag, 8. Januar 2013

Minikreuzfahrt nach Göteborg - mit Verlängerung in Lübeck



Ende Oktober ging es für uns wieder los. Ziel war dieses Mal Göteborg. Und der Weg zum Ziel sollte die Fähre von Stena Line sein. „Minikreuzfahrt“ nennt sich das bei der Reederei, deren Haupterwerb eigentlich Fährüberfahrten sind. Nachdem ich schon im Sommer eine Minikreuzfahrt (damals nach Oslo) unternommen habe, wusste zumindest ich, was mich erwartet. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamburg zum Pflanzen abholen kamen wir gegen 14 Uhr in Kiel an. Um 17 Uhr konnten wir das Schiff betreten, also nutzten wir die Zeit, um die Stadt zu erkunden. Was wir dort sahen, war jedoch nicht so fotogen. Ehrlich gesagt hat uns die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins etwas geschockt – keine Stadt, in der man sich auf Anhieb wohlfühlt.

Wohlgefühlt haben wir uns jedoch auf „unserem“ Schiff, der Stena Germanica. Wir hatten eine Innenkabine gebucht, da wir die meiste Zeit sowieso unterwegs sein würden. Die Kabine ist zwar klein, bietet meiner Meinung nach aber ein besseres Raumgefühl als die der Color Line. Sogar für eine kleine Sitzecke war noch Platz.



Zur Abfahrt um 19 Uhr begaben wir uns auf das oberste Deck.



Blick zurück:


Um 20 Uhr – wir waren gerade mit dem Abendessen fertig – kam über die Lautsprecheranlage die Durchsage, dass um 20:30 Uhr das Musikquiz in der Bar losgehen sollte. Man konnte eine Kreuzfahrt gewinnen (wahrscheinlich eine weitere Minikreuzfahrt mit Stena) und das war für uns Anreiz genug, teilzunehmen. Der schwedische Pianist fragte zunächst in die Runde, ob er schwedisch sprechen kann oder ob es internationale Gäste gibt, die teilnehmen möchten. Nachdem sich einige Nicht-Schweden meldeten, fuhr er auf Schwedisch fort… Irgendwann hatten wir aber raus, dass die Künstler des jeweiligen Liedes, das er spielte, gesucht waren. Mit 6 von 10 Richtigen hatten wir aber nicht gewonnen, nahmen uns aber vor, es am nächsten Abend besser zu machen.

Um 23:30 Uhr erreichte das Schiff die Storebaelt-Brücke, die ich noch von der Fahrt mit der Color Line kannte. Im Dunkeln hatte ich das imposante Bauwerk jedoch noch nicht gesehen:


Danach ging es auch gleich ins Bett, immerhin wollten wir das Einlaufen des Schiffs in den Göteborger Hafen am nächsten Morgen auch mitbekommen.

Morgens wurden wir dann von recht kühlem Wetter an Deck erwartet. Auch war es bewölkt, aber immerhin hat es nicht geregnet. Auch vor Göteborg gibt es – typisch für Skandinavien – einige Schären, also kleinere Inseln in der Flussmündung. Manche der Inseln wären gerade groß genug für ein Zelt gewesen – für ein Lagerfeuer hätte es dort dann aber nicht mehr gereicht.



„Leuchtturm-Insel“:



Sogar die Marinestützpunkte wirken in Skandinavien ganz und gar nicht bedrohlich:



Große Containerschiffe lagen auch im Hafen von Göteborg. Immerhin liegt das Volvo-Werk nur wenige Kilometer von hier entfernt.



Und dann ging‘s auch schon unter der Älvsborgsbron, die Göteborg mit den Industriegebieten auf der anderen Seite des Flusses verbindet, durch:



Neubaugebiet Eriksberg – hier wird der alte Hafen gerade umgebaut.



Nur wenig später hatten wir schon angelegt. Im Vordergrund das Terminalgebäude, im Hintergrund die „Skyline“.



Zu Fuß wollten wir dann die Stadt erkunden. Zuerst stand der Slottsskogen auf dem Fahrplan. Der Schlosswald, so der deutsche Name, wurde im 19. Jahrhundert in eine Parklandschaft nach englischem Vorbild umgewandelt. Heute gibt es hier einige kleinere Attraktionen, die jedoch eher für den Sommer geeignet sind. Wir ließen uns jedoch ebenso wenig wie etliche Kindergartengruppen nicht von einer Besichtigung abhalten. Wohlgefühlt haben sich bei den Temperaturen eher die Pinguine, die hier in einer Anlage leben:



Weiter ging‘s durch den hügeligen Park mit herbstlichem Baumbestand:



Elche waren natürlich ein Must-See für uns Schweden-Touristen:






Auf dem Weg in die Innenstadt kamen wir an der Oskar-Fredriks-Kirche vorbei:



Das nächste Ziel, das wir ansteuerten, war der frühere Arbeiterstadtteil Haga. Fast alle Gebäude hier bestehen aus Holz und in vielen ehemaligen Wohnhäusern gibt es kleine Geschäfte und Cafés.






Weiter ging‘s zur Feskekörka, der „Fischkirche“. In dieser Halle kommt der Fischliebhaber auf seine Kosten:



Und hier gibt es alle anderen Spezialitäten Schwedens:



Im Zentrum dominiert ein riesiges Einkaufszentrum. Beim Bau des Shopping-Palastes wurde kaum etwas abgerissen. Stattdessen wurden die bestehenden Straßen einfach überdacht.



Danach lockte uns wieder der Ruf der „Natur“. Das nächste Ziel war der Trädgardsföreningen, ein botanischer Garten am Rande des Zentrums.





Hier gingen wir ins Palmenhaus, dessen Eintritt kostenlos war, dafür aber sehr sehenswert.



Am Ende des botanischen Gartens begann die Kungsportsavenyn, die Prachtstraße der Stadt. Außerdem begann hier die Dämmerung (um halb 4 im Oktober).

Altes Theater:



Die „Avenyn“, wie sie von den Göteborgern genannt wird:



Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff. Unterwegs deckten wir uns noch mit schwedischen Spezialitäten in einem Supermarkt dänischen Ursprungs ein.

Gegen 19 Uhr waren wir wieder auf dem Sonnendeck und beobachteten die Abfahrt.



Das nächtliche Eriksberg:



Elektrizitätswerk mit Glasfassade:



Nach diesen letzten Eindrücken von Göteborg rief auch schon wieder das Musik-Quiz. Diesmal hatten wir mehr „Glück“ und konnten 9 von 10 Songs identifizieren. Drei weitere Mitstreiter leider auch. So mussten wir zum „Tie Break“ auf die Bühne. Dort war unsere Aufgabe, zu erraten, wie alt der Pianist war. Nachdem es dafür noch keine App gibt, scheiterten wir kläglich. Dennoch war es wieder ein netter Zeitvertreib. Nach einer Runde durch den Duty-Free-Shop gingen wir in unsere Kabine – die rund 15 Kilometer Fußweg machten sich dann doch bemerkbar.

Am nächsten Morgen erwartete uns das neblige Kiel.



Wir wollten danach noch eine Nacht in Lübeck blieben und fuhren zuvor noch nach Timmendorfer Strand. Auch hier lud das Wetter nicht zu einem Bad in den Wellen ein.



In Lübeck bezogen wir zunächst unser Hotel, bevor wir uns zu Fuß in die Innenstadt machten. Nach zehn Minuten kam auch schon das Holstentor, das Wahrzeichen der Stadt, in unser Sichtfeld.



Trotz des Falltors wagten wir uns todesmutig hindurch, um Lübeck so zu betreten, wie es schon die Händler der Hanse taten. Nach überstandener Mutprobe hier der Blick zurück:



Bis vor 22 Jahren war Lübeck Grenzstadt – die Nähe zur ehemaligen DDR hat auch ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen:



Wenig später waren wir schon am Marktplatz.



Blick in die Fußgängerzone. Sorry an die Kieler unter Euch: Aber Lübeck ist eindeutig einladender.



Sogar Tanztee am Sonntag gibt es hier noch. Und abends auch „Tanz“ mit Open End in der „Hanseaten Diele“:



Nach einem Bericht in den Lübecker Nachrichten kann man hier ziemlich „abhotten“:


Wir haben darauf verzichtet – das Tanzcafe hatte sowieso nicht geöffnet – und sind weitergezogen. Durch ein nett anzusehendes Wohngebiet

ging es nach einem Essen zurück ins Hotel, in dem wir noch etwas TV geschaut haben, bevor wir ins Bett sind. Nach einer ereignisarmen Rückfahrt kam wir mit unseren neuen Eindrücken wieder zu Hause an.
Fazit: Göteborg wird oft unterschätzt, steht aber Stockholm kaum nach. Und die Anreise mit dem Schiff hat natürlich auch etwas. Lübeck ist auch einen Ausflug wert, während Kiel wohl derzeit eher mit der wirtschaftlichen Situation in der Stadt zu kämpfen hat.