Sonntag, 29. Juli 2012

Madrid - 3 Tage in Spaniens Hauptstadt


Madrid steht ja nicht unbedingt auf Nummer Eins der Reiseziele, wenn man nach Spanien fährt. Da denkt man doch eher an Mallorca, die Costa Brava oder die Kanaren. Ende Juni haben wir aber das „Abenteuer“ gewagt, die vergleichsweise unbekannte Hauptstadt Spaniens zu entdecken.

Los ging’s an einem Dienstagnachmittag. Mit Ryanair flogen wir vom Flughafen Niederrhein (die Ryanair-Version: „Düsseldorf-Weeze“) nach Madrid. Zum ersten Mal nach acht Jahren – damals noch mit V-Bird – war ich wieder am ehemaligen britischen Militärflughafen und ich war positiv überrascht: Da hat sich doch einiges getan. Etwas passagierunfreundlich war aber das „Mineralwasser-Oligopol“ nach der Sicherheitskontrolle: Alle Verkäufer haben sich wohl stillschweigend auf den Preis von 3 Euro pro Flasche geeinigt.

Pünktlich kamen wir in Madrid und nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt in unserem Hotel, dem Confortel Suites, an. Da es schon nach 20 Uhr war, beschlossen wir, nur noch eine kurze Runde durch das Viertel zu drehen. An einer Bushaltestelle wurden um 21:30 Uhr noch über 35 Grad angezeigt – unglaublich!

Am nächsten Morgen ging es erst einmal ins Zentrum. An der Oper vorbei


gingen wir zum Palacio Real.


Dort waren wir gerade rechtzeitig zur Wachablösung da. Ganz nett mit der Musik von Flöte und Trommel.


Natürlich wurden auch die Pferde abgelöst.


Danach gingen wir noch in den Palast, weil der Eintritt nach unseren Informationen am kompletten Tag für EU-Bürger kostenlos sein soll. Nach etwa 20 Minuten anstehen mussten wir feststellen, dass es erst abends kostenlos gewesen wäre. Wir entschieden, trotzdem reinzugehen. Es gibt leider keine Fotos vom Inneren, weil überall Angestellte über das Fotografierverbot wachen. So gibt es nur ein Eindruck vom Innenhof:


Nachmittags wurde es wieder unerträglich heiß und wir haben ein paar Stunden im Hotel verbracht, bevor wir zum EM-Spiel der Spanier in ein Straßencafé gingen. Dort wurden uns zu den bestellten Getränken immer wieder kleine Häppchen gereicht. Je länger der Abend dauerte, desto mehr machten wir uns Gedanken über die Rechnung, die uns am Ende erwartete. Für fünf Getränke und ein bestelltes Brötchen wurden aber am Ende inklusive der Häppchen 15,50 Euro fällig. Ein fairer Kurs!

Der nächste Tag stand im Zeichen eines Ausflugs nach Toledo. Fast jede Stunde fahren die AVE-Hochgeschwindigkeitszüge vom Madrider Bahnhof Atocha nach Toledo. Etwas ungewohnt ist, dass man ähnlich wie an Flughäfen eine Sicherheitskontrolle passieren muss und die Fahrkarte gescannt wird, bevor man auf den Bahnsteig darf. Dieser wird auch erst eine bestimmte Zeit vor der Abfahrt des Zuges geöffnet. Der Zug ist recht komfortabel und benötigt laut Fahrplan für die etwa 70 Kilometer 33 Minuten. Effektiv waren wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt etwa 7-8 Minuten kürzer unterwegs. Das Retour-Ticket kostete etwa 20 Euro, also auch wesentlich günstiger als unsere ICE.

Toledo selbst ist zwar sehr touristisch geprägt, aber dennoch absolut sehenswert. Viele enge Gassen gibt es in der Altstadt, die auf einem Hügel liegt.


Nach ein paar Metern durch die Stadt kamen wir an einem Aussichtspunkt an, der den Blick in Richtung Westen erlaubte.


Weiter ging es zum Hauptplatz, dem Plaza de Zocodover.


Nach einem Mittagessen machten wir uns auch wieder auf den Weg zum Bahnhof. Die Strecke bergauf sind wir mit dem Bus gefahren, jetzt wollten wir laufen. Trotz der hohen Temperaturen eine gute Entscheidung, ermöglichte uns der Weg doch einige sehenswerte Ausblicke:




Der Bahnhof von Toledo ist selbst übrigens auch sehenswert. Nein, das ist keine Kirche und die „Beichtstühle“ waren einmal Fahrkartenschalter.


In die Haupthalle des Atocha-Bahnhofs haben wir auch noch einen Blick gewagt. Man fühlt sich hier fast wie in einem Gewächshaus:


Am letzten Tag haben wir uns entschlossen, den Late-Check-Out im Hotel zu nutzen. Für 20 Euro Aufpreis konnten wir bis 16 Uhr im Hotel bleiben und auch das Frühstück, das sonst nicht inbegriffen war, war schon dabei – bei diesen Temperaturen war das ein unschlagbares Angebot, um sich nach ein paar Stunden in der Innenstadt noch einmal frischzumachen. Hier noch ein paar Bilder vom Confortel Suites im Viertel Charmatin. Vor allem die Dusche mit dem Abfluss, der um die rote „Wanne“ herumlief, fanden wir interessant:




So fuhren wir morgens ein letztes Mal mit der Metro in die Innenstadt. Wir liefen etwas umher, bevor wir zum Plaza Mayor kamen. Zurück im Hotel wollte ich noch eben meine kurze Hose waschen. Allerdings vergaß ich, dass das Metro-Ticket noch in der Tasche war. Nach dem Trocknen des Tickets konnten wir feststellen, dass so ein Magnetstreifen doch einiges aushält…

Nach einem mehr oder weniger ereignislosen Rückflug kamen waren war gegen 23 Uhr wieder in Weeze.


Das Auto haben wir auch mehr oder weniger schnell gefunden (nächstes Mal notieren wir uns aber die Parkplatznummer ;) ) und so waren wir gegen 1 Uhr wieder zu Hause.

Fazit: Madrid ist durchaus eine sehenswerte Stadt, Allerdings ist der Hochsommer für einen solchen Trip nicht unbedingt zu empfehlen, ich denke aber, dass wir bei 40 Grad im Schatten das Beste draus gemacht haben. Dadurch haben wir uns auch einige Sehenswürdigkeiten für einen zweiten Besuch aufgehoben. ;)