Donnerstag, 12. Januar 2012

24 Stunden auf Teneriffa

Vor knapp zwei Wochen war ich zum zweiten Mal auf Teneriffa. Ich hatte noch einen 111-Euro-Gutschein für Pauschalreisen von ab-in-den-urlaub.de, den ich für 8 Euro bei Groupon gekauft hatte. Dieser musste noch bis 31.12.2011 eingelöst werden und so war ich kurz vor Weihnachten auf der Suche nach einer passenden Reise. Vor allem für Kurzreisen lohnt sich dieser Gutschein, den es ähnlich auch immer wieder von opodo bei Groupon gibt, sehr. Nach Abzug des Gutscheins war die Reise für mich effektiv umsonst – der Nachteil war aber, dass nur noch eine Nacht Aufenthaltsdauer verfügbar war.

So ging es dann um 5:38 Uhr in Osnabrück los. Mit der Bahn bin ich nach Hamburg gefahren, um dort den TUIfly-Flug nach Teneriffa Süd anzutreten. Etwas erschrocken war ich jedoch schon beim Online-Check-In ob der Wahl des Fluggerätes von TUIfly: In einer Boeing 737-800 sollte ich mich fünf Stunden lang auf dem Weg nach Teneriffa aufhalten (wer schon mal mit Ryanair geflogen ist, weiß, was ich meine). Unter anderem dadurch, dass die Sitztasche sich in dem Flugzeug in der Höhe der Kopfstütze befand, hatte ich zumindest genug Beinfreiheit. Nerviger waren auf der Hinreise jedoch meine Mitpassagiere. Anscheinend gab es doch einige Leute, die ihren Ruhestand auf Teneriffa verbringen und über die Weihnachtsfeiertage in Deutschland waren. So senkte ich den Altersdurchschnitt auf der Maschine bestimmt um einige Jahre. Nervig war vor allem die Tatsache, dass der Kabinengang als Aufenthaltsbereich genutzt wurde. So wurde es für mich auf dem Weg zum Waschraum sowie für die Flugbegleiter jedes Mal sehr beschwerlich, sich durchzuschlagen. Als dann auch noch gefragt wurde, ob sich ein Arzt an Bord befindet, sah ich mich schon aufgrund eines medizinischen Zwischenfalls in Portugal notlanden. Zum Glück ging es der Passagierin nach einer kurzen Behandlung in der hinteren Galley wieder besser, so dass wir alle wohlbehalten auf dem Flughafen Teneriffa Süd landeten.

Mein erster Weg führte mich zu Europcar, wo ich einen Wagen gemietet hatte. Zum einen, um nicht ewig im Transferbus vom Flughafen zum Hotel zu sitzen, zum anderen, um noch etwas von der Insel zu sehen. Denn meiner Meinung nach ist die landschaftliche Vielfalt Teneriffas viel zu schade, um in den Touristenorten an der Küste zu bleiben.

Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichte ich mein Hotel Vigilia Park in Los Gigantes. „Sehr komisch“, war die Aussage des sehr freundlichen Rezeptionisten aufgrund der Tatsache, dass ich nur eine Nacht bleiben würde. „Drei Nächte hatten wir schon öfter. Aber eine Nacht – nein, das kam noch nicht vor“, schien er wirklich etwas verwirrt. Für diese eine Nacht bekam ich ein Apartment, das alles hatte, was ich benötigte. Es war aber kein Vergleich mit dem tollen Executive-Zimmer im Iberostar Torviscas Playa, wo ich vor einem Jahr war. Der Ausblick vom Balkon entschädigte aber für einiges:




Die Sonne stand gegen 16 Uhr schon recht tief und so machte ich mich auch gleich zum Teide-Nationalpark auf. Der Teide ist der höchste Berg Spaniens – und das auf einer Insel, die kleiner als das Saarland ist. Hier der Teide im Licht der Dämmerung:




Und hier noch ein Bild, das ich bei einem Zwischenstopp im Teide-Nationalpark gemacht habe:




Obwohl es an der Küste noch etwa 25 °C waren, war es auf etwa 2.000 Meter Höhe ziemlich kühl – schätzungsweise 10 °C waren es hier noch. Deshalb ging es dann auch recht schnell wieder weiter.

Nach Masca, meinem eigentlichen Ziel, habe ich es an diesem Tag nicht mehr geschafft. Das wurde also auf den nächsten Tag verschoben. Für den Abend habe ich mir im Supermarkt noch Brot mit Salchichon und zwei Dosen Dorada, das auf den Kanaren gebraut wird, gekauft.

Am nächsten Tag ging es dann zum Dorf Masca. Alleine schon die Fahrt dorthin ist spektakulär:













Das Dorf selbst war bis vor etwa 40 Jahren nicht mit normalen Pkw zu erreichen und liegt größtenteils auf einem Felsvorsprung:




Hier der Blick zurück "nach oben":




Leider war so viel los, dass es keinen Parkplatz mehr für mich gab. Auf eine kurze Wanderung durch den Barranco de Masca musste ich also verzichten. Auf der Rückfahrt habe ich für die fünf Kilometer lange Strecke von Masca nach Santiago del Teide fast 30 Minuten gebraucht. Vor mir war ein Bus, der in den engen Serpentinen immer wieder zurücksetzen musste, da er sonst nicht um die Kurve gekommen wäre. Fazit: Der Besuch von Masca ist nur für geübte Fahrer in Fahrzeugen mit guter Bremsleistung empfehlenswert. ;)

Um 14:10 Uhr sollte es nach Hamburg zurückgehen. Ich war etwas früher am Flughafen, so dass ich noch dem Duty-Free-Shop einen Besuch abstattete. Dort habe ich dann auch einen flughafenweiten Stromausfall erleben dürfen. Geplündert habe ich den Laden in dieser Zeit aber nicht :). Das Boarding des Rückflugs war auch etwas chaotisch, so dass es mit ca. 25 Minuten Verspätung losging.

Dies hatte die Folge, dass ich in Hamburg erst mit dem „Nachtzug“ nach Frankfurt, der eigentlich ein normaler Intercity ist, nach Osnabrück fahren konnte. Ich hatte ein Abteil für mich alleine. Dort konnte man die Sitze ausziehen. Wenn man sichergehen könnte, ein Abteil für sich zu haben, ist das eine günstige Alternative, zumindest von Hamburg, Bremen oder Osnabrück nach Köln, Koblenz, Mainz oder Frankfurt zu kommen – Schlaf inklusive, da man das Licht und den Lautsprecher im Abteil ausschalten kann:




Mein Fazit: Teneriffa ist bis jetzt für mich eine der tollsten Gegenden, was die Landschaft angeht, in der ich bisher war. Ohne Mietwagen wird es aber schwer, alle Sehenswürdigkeiten der Insel sehen zu können, obwohl es ein gutes öffentliches Busnetz geben soll. Die Fahrzeiten der Busse dürften aber vor allem entlang der Gebirgsstraßen jenseits von Gute und Böse liegen.