Sonntag, 20. Februar 2011

Malediven 2011

Nachdem mein Urlaub in den Emiraten kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt werden musste, war ich auf der Suche nach einer kurzfristig bezahlbaren Alternative. Ich habe mich an die Super-Last-Minute-Flüge von L'tur erinnert und eigentlich auf Cancun gehofft. Es kam aber anders und zu für mich idealen Zeiten (Montag-Samstag) gab es noch einen Platz nach Male.

So ging’s dann Montags zuerst von DUS nach MUC, bevor ich in die Maschine nach MLE umgestiegen bin. Nette Randnotiz: Meine Nachbarn vom ersten Flug habe ich auch in der Maschine nach MLE wiedergesehen.

Mit dem A330-200 gings dann etwa 20 Minuten verspätet los – was sich aber nicht als schlimm erweisen sollte. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 896 km/h wurde die Verspätung bis Male wieder aufgeholt, wir waren sogar etwa eine Stunde früher da!

Für die vier Nächte auf den Malediven habe ich mich für eine Low-Budget-Lösung entschieden. Nicht nur, aber auch aus dem Grund, weil ich noch einiges sehen wollte und ich nicht nur am Strand auf einer Resortinsel abhängen wollte. Daher habe ich mich für das Daisy Inn auf Hulhumale entschieden. Hulhumale ist die künstlich geschaffene Nachbarinsel der Flughafeninsel und mit dieser über einen Damm verbunden. Das Hotel selbst kann ich nur empfehlen, auch wenn es wohl nichts für zwei Wochen ist. Aber als Übernachtung vor oder nach einem Flug ist es eine ideale Lösung.

Nach der Ankunft am Morgen bin ich gleich mal zum Strand, den man morgens an Werktagen fast alleine für sich hat. Ist zwar nicht der typische Malediven-Traumstrand, aber dennoch konnte man es hier aushalten. An einigen Stellen machte sich aber das fehlende Umweltbewusstsein der Einwohner bemerkbar, obwohl das Wasser absolut sauber war.



Nachdem ich noch einige kleinere Einkäufe getätigt und in einem Restaurant gegessen habe (alleine die Suche nach einem Geschäft, das Sonnencreme führte, dauerte zwei Stunden ), bin ich auch recht früh ins Bett gefallen.

Am zweiten Tag stand ein Ausflug nach Male, der Hauptstadt der Malediven, auf dem Programm. Von Hulhumale gibt es eine Fähre, die im Viertelstundentakt fährt. Kostenpunkt: 5 Rufiyaa (ca. 0,30 Euro). Alleine schon die Fahrt war recht beeindruckend. Man merkt hier deutlich, dass Schiffe das Haupttransportmittel sind. Diese Palme wuchs auf einer unbewohnten Insel. Obwohl, Insel ist etwas übertrieben. Das Stück Land war vielleicht 10x10 Meter groß:



Male selbst ist ganz interessant, ich fand die Stadt aber teilweise unangenehm: 100.000 Einwohner leben auf einer Fläche von 1,8x1,2 Kilometern. Da anscheinend auch jeder ein motorisiertes Fortbewegungsmittel benötigt, war ich aufgrund oft fehlender Bürgersteige stets auf der Hut, um nicht von einem Moped, Taxi oder Kleinlaster überfahren zu werden. Daher gibt’s von Male leider auch keine Bilder. Darüberhinaus trug das Klima (über 30 Grad und Luft zum Schneiden in den engen Gassen) bei jemandem, der vor 36 Stunden noch im europäischen Winter war, nicht unbedingt zum Wohlbehagen bei. Für den Abend kaufte ich mir zwei Dosen dieses alkoholfreien Bieres, um auf dem Hotelzimmer zu entspannen.



Das Nachtleben ist hier nämlich nur rudimentär vorhanden. Die einzige Möglichkeit, den Abend zu verbringen, besteht im Besuch eines Restaurants oder Cafés…
Tag 3 war wieder ein Strand-Tag. Außerdem habe ich mal Hulhumale erkundet. Die Insel ist ein faszinierendes städteplanerisches Projekt. 60.000 Einwohner sollen nach Fertigstellung im Jahr 2020 hier leben. Doch im Moment ist es hier noch recht idyllisch. Weite Flächen, vor allem im Süden der Insel sehen so aus:



Dafür gibt’s da dann auch noch ein paar einheimische Tierarten:



Am Tag vor der Abreise bin ich zur Nachbarinsel Farukolhufushi gelaufen. Ja, richtig gelesen: Gelaufen! Bei Ebbe kann man durch das seichte Wasser der Lagune, das maximal bis zur Hüfte reicht, hinüberlaufen. Allerdings sollte man auf Korallen achtgeben und diese überschwimmen. Badeschuhe sind übrigens auch Pflicht. Dort angekommen, wurde ich von den Mitarbeitern des Club Faru (ehemals Club Med) zwar etwas komisch angeschaut, bei meiner Inselumrundung aber in Ruhe gelassen. Hier ist die Resortinsel von Hulhumale aus:



Das ist sowieso etwas, das mir äußerst positiv aufgefallen ist: Trotz der augenscheinlichen Armut der Leute wird man als Tourist im Gegensatz zu anderen Gegenden in Ruhe gelassen. Nur ein einziges Mal wollte mir ein Verkäufer am Strand Muscheln andrehen. Wenn der Individualtourismus auf die Malediven, der erst seit 2009 erlaubt ist, zunimmt, wird sich das wahrscheinlich leider ändern. Die Maldivianer habe ich sowieso als sehr zurückhaltend erlebt. Ob das ihre Art ist oder sie von der jahrzehntelangen Diktatur so gemacht wurden, weiß ich nicht.
Am fünften Tag ging‘s dann auch schon wieder zurück. Natürlich nicht ohne ein Souvenir zu kaufen. Wie üblich habe ich mich für lokales Bier aus dem Duty-Free-Shop entschieden. Da die Malediven als muslimisches Land "trocken" sind (Ausnahme: Resortinseln und Flughafenhotel), gab es „nur“ indonesisches Bintang-Bier. Interessant war die Preisgestaltung: 1 Dose 2 US-Dollar, 24 Dosen 15 Dollar. Also musste ich nicht lange überlegen, was an der Sicherheitskontrolle vor dem Gate noch einmal die Aufmerksamkeit meiner lieben Mitreisenden auf mich gezogen hat. Schließlich hat ja nicht jeder ne Palette Dosenbier im Rucksack. :D Nach dem Genuss des ersten Bieres zu Hause habe ich es aber bereut, gleich so viel zu kaufen… Während des Fluges habe ich gemerkt, dass knapp 11 Stunden in der Eco des Air-Berlin-Airbus äußerst grenzwertig sind. Das Produkt ist auch nicht mehr unbedingt auf dem aktuellsten Stand. In-Flight-Entertainment, bestehend aus Monitoren, die alle 4 Reihen angeordnet sind und 3 Filme sowie die unvermeidlichen Comedy-Clips zeigen. Am besten war da noch die Airshow... Am Schluss war ich sogar so verzweifelt, dass ich mir den Robbie-Williams-Kanal angehört habe. Die Kabinenbesatzung machte aber sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug die Mängel des Produktes wett – sehr freundlich!

Insgesamt kann ich die Malediven für Ruhesuchende nur empfehlen. Auch das Essen kam meinem Geschmack sehr entgegen (mir sind in Europa grundsätzlich alle Speisen zu schwach gewürzt :D ). Empfehlen kann ich in Hulhumale das Cafe Cappuccino in der Hauptstraße. Nach dem Chili-Seafood am ersten Abend hatte der freundliche Restaurant-Chef für die restlichen drei Tage einen Stammgast. Hauptgericht+Fruchtsaft+Wasser lag preislich bei 3-4 Euro.

Ach ja: Leider ist mir erst nach der Rückkehr aufgefallen, dass ich einen Staubpartikel auf der Kameralinse hatte. Macht sich natürlich bei dem blauen Himmel nicht so toll. Hatte auch noch keine Lust, die Bilder zu bearbeiten. Der Alltag hatte einen schneller wieder, als einem lieb ist…

Wer eine ähnliche Reise unternehmen will:

Kurzfristig (also 1-3 Tage vor Abflug) gibt es öfter mal Flüge nach Male mit Air Berlin (zumindest solange Air Berlin die Strecke noch bedient). Ich habe da bereits Flüge für 129 Euro return gefunden, realistischer scheinen aktuell aber 200-340 Euro zu sein. Buchbar über ltur.com/de. Dann auf "Super Last Minute->Flüge" gehen. Für jemanden, der länger im Voraus buchen möchte, empfehle ich Condor, die ab Frankfurt nonstop nach Male fliegt. Hier kann man ab ca. 550 Euro nach Male kommen. Alternativen gibt es aber auch mit Etihad, Emirates oder Qatar Airways, wobei dies einen Zwischenstopp in Abu Dhabi, Dubai oder Doha erforderlich macht. Am besten könnt ihr das bei Expedia vergleichen.

Mein Hotel war das Daisy Inn, das mittlerweile Hulhumale Inn heißt. Gebucht habe ich über booking.com, aber auch hier haben die Preise mittlerweile angezogen. Kein Wunder, denn im Hotel begrüßte man mich mit den Worten: "In letzter Zeit kommen viele Deutsche hierher."